Presseerklärung: Angehörige von Alkoholikern brauchen Hilfe - Al-Anon hilft
Alkoholismus ist eine Krankheit, die unabhängig von Einkommen, sozialem Status oder Prominenz jede Familie treffen kann.
Nicht nur der Alkoholiker selber ist krank, sein gesamtes Umfeld, Ehefrau, Ehemann, Kinder, Freunde,
Verwandte und Arbeitskollegen leiden unter den Folgen seiner Sucht. Angehörige von Alkoholikern
versuchen, den Konsum des Alkoholikers zu kontrollieren, decken sein übermäßiges
Trinken nach außen, entschuldigen ihn, nehmen ihm die Verantwortung für sein Verhalten ab,
indem sie sich in falschverstandener Fürsorge um ihn kümmern. Dabei fixieren sie sich
zwanghaft auf die Bedürfnisse des Alkoholikers, verlieren den Kontakt zu ihren eigenen
Gefühlen und Bedürfnissen und entwickeln infolgedessen häufig krankhafte
Verhaltensweisen, depressive und psychosomatische Störungen. Die Problematik der Angehörigen
von Alkoholikern stellt ein eigenständiges Krankheitsbild dar. In der Bundesrepublik leben
1,7 Millionen Alkoholabhängige. Die Zahl der mitbetroffenen und mitleidenden Angehörigen
wird auf rund 8 Millionen geschätzt.
Angehörige von Alkoholikern brauchen Hilfe, denn meist begegnen sie dem
Alkoholproblem eines nahen Menschen mit völlig falschen Vorstellungen. Die Al-Anon
Familiengruppen sind eine Selbsthilfegemeinschaft, die sich ausschließlich an die
Angehörigen von Alkoholikern richtet. 1951 in den USA aus den Anonymen Alkoholikern
hervorgegangen, bietet Al-Anon seit über 40 Jahren auch in Deutschland Selbsthilfegruppen an.
Ihre alleinige Aufgabe ist es, den Angehörigen Trost und Hilfe anzubieten.
Der regelmäßige Besuch der Gruppen verhilft zu einer veränderten Sicht- und Denkweise
über den Alkoholismus. Dazu gehört die Einsicht, dass die Angehörigen das Trinken des
Alkoholikers nicht stoppen können, egal wie sehr sie sich anstrengen, seinen Alkoholkonsum zu kontrollieren.
Sie lernen, dass sie ihr eigenes, vernachlässigtes Leben in die Hand nehmen können, statt in das des Alkoholikers hineinzuregieren.
Die Selbsthilfegruppen vermitteln das Wissen, dass der Alkoholiker die Konsequenzen seines Handelns selbst tragen muss,
ohne dass die Angehörigen ihm weiter die Konsequenzen seines Suchtverhaltens abnehmen. Der regelmäßige Besuch der Gruppe
stärkt die Selbstverantwortung der Angehörigen und schafft ein Gefühl für gesunde Grenzen. Durch die veränderte Einstellung
des Angehörigen kann dieser zu einer gesunden Lebenseinstellung finden, und auch beim Alkoholiker kann hierdurch in manchen Fällen
die Bereitschaft wachsen, mit dem Trinken aufzuhören.
In Deutschland gibt es über 840 Al-Anon Selbsthilfegruppen. Sie stehen allen Ehefrauen,
Ehemännern, Kindern, Eltern oder Freunden von Alkoholikern offen. Es gibt keine
Mitgliedsbeiträge oder Teilnehmerlisten. Die Anonymität aller Hilfesuchenden wird
gewährleistet.
Weitere Informationen sind erhältlich bei:
Al-Anon Familiengruppen Interessengemeinschaft e.V.
Zentrales Dienstbüro
Emilienstr. 4
D-45128 Essen
Telefon: 0201/773007
Telefax: 0201/773008
E-Mail: ZDB@Al-Anon.de
Internet: www.al-anon.de
Siehe auch im Menü Kontakt
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